Trotz der Massenquarantäne haben die Ratsgremien weitergearbeitet und auch etwas für die weitere Entwicklung unseres Dorfes getan!

A. Neubaugebiet „Lehnshof“

Die Voraussetzungen für das Neubaugebiet „Lehnshof“ sind weitgehend geschaffen: Die planungsrechtlichen Voraussetzungen sind mit dem Landkreis soweit abgestimmt, dass bei der nächsten Flächennutzungsplanänderung aktuell bestehende Bauflächen im nordwestlichen und südöstlichen Siedlungsrand unseres Dorfes zurückgenommen und in Flächen für die Landwirtschaft umgewandelt werden. Dadurch wird im Saldo eine Mehrausweisung von potentiellen Bauflächen verhindert. Durch das neue Baugebiet werden aber tatsächlich nutzbare Flächen verfügbar.

Der Bebauungsplan „Lehnshof“ liegt zur Zeit im Rathaus zur Einsicht- und Stellungnahme aus.

Die Ingenieurleistungen zur Erschließung des Baugebiets sind inzwischen komplett vergeben. Dies betrifft die Entwässerung von Schmutz- und Regenwasser genauso wie die Erstherstellung der Verkehrsflächen in Lehnshof und Bussardweg. Die Ausschreibungen für die Straßen- und Kanalbauarbeiten, das Abwasserhebewerk sowie die Straßenbeleuchtung und die Begrünung erfolgen in Kürze. Auf Nachfrage wurde mir seitens der Verwaltung bestätigt, dass die vorhandenen Abwasserkanäle ausreichend dimensioniert sind, um das Schmutzwasser nach Bad Nenndorf abzuleiten. Das Regenwasser wird zunächst in ein Regenrückhaltebecken im nordöstlichen Teil der Fläche geleitet.

Das Baugebiet wird als verkehrsberuhigter Bereich angelegt. Die Beruhigung der Straßen erfolgt durch Pflanzbeete und Parkflächen. Die Pflasterflächen im Straßenraum werden wie im Steinbrink ausgestaltet. Das Gebiet wird durch Wildgehölzbepflanzung optisch von der Kreisstraße und dem dann parallel verlaufenden Radweg sowie der neu angelegten Bushaltestelle getrennt.

Bis auf die Deutsche Telekom, die eine Erschließung abgelehnt hat, wird das Baugebiet durch die üblichen Versorger an das öffentliche Netz angeschlossen. Im Randbereich der Grünfläche im Junkerhof wird dazu durch die Westfalen-Weser-Netz eine 2x3 Meter große Trafostation aufgestellt werden. Die Telekommunikationsdienstleistungen werden voraussichtlich mit Glasfaseranschluss sichergestellt werden.

Die Stadtverwaltung plant bereits ab Sommer diesen Jahres den Verkauf der Baugrundstücke.

B. Glasfaserausbau

Der Bund hat den Kommunen mit dem DigiNetz-Gesetz die Verpflichtung zum Ausbau der Glasfasernetze übertragen. Da Städte und Gemeinden dies in der Regel nicht selbständig leisten können, müssen sie Telekommunikationsunternehmen um Unterstützung bitten. Bislang hat die Deutsche Telekom diese Aufgabe regelmäßig übernommen. Bei unserem Neubaugebiet Lehnshof hat sie den Ausbau mangels Wirtschaftlichkeit abgelehnt. Schon für den Ausbau der Breitbandversorgung unseres Ortes hat das Unternehmen Fördermittel erhalten; die abgesprochene nachträgliche Verlegung in den von der Stadt beim Ausbau des Steinbrink eingebauten Leerrohren lehnt es nun aber ab und will es bei dem auf Holzmasten befestigten Breitbandkabel belassen.

Um in der Samtgemeinde möglichst flächendeckend ein Glasfasernetz auszubauen und von der Megabit-pro-Sekunde-Versorgung in die zukunftsfähige Gigabit-Versorgung vorstoßen zu können, haben die Stadt Bad Nenndorf und die drei Nordgemeinden Haste, Hohnhorst und Suthfeld mit der Deutsche Glasfaser Wholesale Kooperationsverträge geschlossen. Das Unternehmen verlegt überwiegend in den Fußwegen, dicht an den Grundstücksgrenzen der privaten Eigentümer, nach Aufnahme der Steine im Arbeitsbereich mittels eines Fräsverfahrens das Glasfaserkabel etwa 40 Zentimeter tief im Erdreich. Mit Pachtverträgen erhält die Deutsche Glasfaser Zugang zu kommunalen Flächen. Hier werden an strategischen Punkten auf etwa 15 Quadratmeter 2,70 Meter hohe Hauptverteilerstationen errichtet, mit denen später bis zu 3.000 Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen werden können. Ist das Glasfaserkabel verlegt, können alle Telekommunikationsanbieter gegen Entgelt das Netz zur Durchleitung nutzen und so ihre Endkunden versorgen. Diesen entstehen folglich neben den bekannten Telekommunikationskosten zusätzlich Kosten für den Glasfasernetzanschluß. Dadurch wird die Deutsche Glasfaser ihre Investition refinanzieren.

Geplant ist der Ausbau zunächst in den Nordgemeinden und den drei Bad Nenndorfer Stadtteilen Riepen, Horsten und Waltringhausen. In der Kernstadt liegt teilweise bereits Glasfaser.

Ob es allerdings dazu kommt, hängt vom Ergebnis einer Vertriebskampagne der Deutschen Glasfaser ab: Wenn innerhalb von drei Monaten 40 Prozent der ermittelten Haushalte einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser unterzeichnet haben, wird der Ausbau geplant und umgesetzt. Dann könnte es allerdings schnell gehen: Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Meter Kabel je Tag könnte bei einem Baubeginn im Herbst bereits im Sommer 2021 das Samtgemeindegebiet erschlossen sein. Dann wäre der Lehnshof das erste Neubaugebiet mit Glasfaserversorgung in der Samtgemeinde.

Sobald es Neues zu berichten gibt, schreibe ich wieder.

Mit besten Grüßen

Ralph Tegtmeier